Grec Nice – ein Pseudonym, das man sich merken sollte. Ein DJ (inzwischen VDJ), geliebt und geschätzt in der Münchner Hip Hop Szene und trotzdem noch nicht wirklich auf dem Radar der breiten Masse. Und das sollte sich schnell ändern.

Grec Nice und sein Werdegang als DJ

Gregor Zahnweh ist heute 31 Jahre alt und ein bekanntes Gesicht im Münchner Nachtleben. Dabei kommt er gar nicht aus der Hauptstadt, sondern aus Prien am Chiemsee. Dort hat alles angefangen: mit vierzehn Jahren die erste Platte gekauft, am Plattenspieler rumgespielt, mit ein paar Freunden eine DJ Gruppe gegründet und in irgendwelchen Gaststätten für einige hundert Leute aufgelegt. Als dann eines Tages der Resident DJ vom Eiskeller im Aschau krank wurde, durfte Grec Nice einspringen: „Und dann stand ich da, mit achtzehn einhalb Jahren, sieben Plattenkästen hinter mir und musste einfach loslegen“. Die Veranstalter waren begeistert und so wurde Grec Nice parallel zum Resident DJ des Eiskellers gebucht und nahm nach eineinhalb Jahren schließlich selbst das Zepter in die Hand. Er blieb dem Club elf Jahre lang als Residet DJ erhalten. Mit DJ Man at Arms, den man für einen Abend als Gast DJ nach Aschau geholt hatte, kam Grec Nice dann nach München in die alte Location des Crowns Club, in den Club 4 und in den Choice Club, später über DJ Scream noch ins Crux und schließlich für die Club Ménage Eventreihe ins P1. Zeitgleich stand Grec Nice auch noch im Club Kafka in Traunstein an den 1210ern. Musikrichtung: immer Hip- Hop, denn Kompromisse geht Grec Nice in dieser Hinsicht keine ein: „Ich tu‘ mich schwer Mukke zu spielen, die ich selber nicht vertreten kann. Mit Hip Hop kann ich viele Emotionen transportieren, weil mir Hip Hop selbst so viel gibt.

Mehr als DJing: Video Scratch Entertainment

Grec Nice ist mehr als ein einfacher DJ. Er ist in Deutschland Pionier im Video Scratch Entertainment: „Ich mach das schon seit zwei, drei Jahren und ich mache das für mich, weil ich einfach Bock drauf hab. Ich spiele keine mp3s, sondern Musikvideos. Wenn das richtig eingesetzt wird, ist es für jede Party, egal wo, ein riesiges Plus.“ Beim Video Scratch Entertainment, werden Musikvideos auf eine Leinwand projiziert und je nach Effekt beim Auflegen ändert sich dann auch das Bild. So können die Gäste Musik nicht nur hören, sondern auch sehen. Doch wenige DJs nutzen diese Technik: „Für viele DJs ist die Nachfrage zu gering und mp3s kriegt man auf irgendwelchen Plattformen umsonst. Für das Musikvideo muss man 2 Euro bezahlen – pro Stück.“ Außerdem legen die meisten DJs gar nicht mehr mit Platten auf. „Es gibt auch DJs, die kommen mit einem USB-Stick an, spielen ihr Set runter und gehen dann wieder. Nur das hat für mich mit DJing nichts zu tun“. Grec Nice selbst hat kein vorgefertigtes Set, sondern lässt den Abend und die Gäste auf sich einwirken und entscheidet dann spontan welchen Song er als Nächsten spielt: „Jedes Lied ist meine Waffe, wenn ich an den 1210ern stehe. So kann ich auf die Leute eingehen und den Abend so gestalten, dass die Gäste und ich die Party genießen.

DJ Grec NicePrivat und aktuell

Neben dem Djing macht Grec nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik nun den Master in Interkultureller Kommunikation und hat noch Großes vor. Er will Karriere machen und nicht mehr jedes Wochenende in Clubs stehen, ein Jahr weg aus Deutschland, Australien vielleicht. Doch komplett mit seinem Leben als VDJ aufhören, möchte er auch nicht: „Die Musik wird mich ein Leben lang begleiten. Musik ist auch dazu da Erfahrungen und Emotionen zu umrahmen und wann immer man ein Lied hört, zu dem man spezielle Dinge erlebt hat, kommen einem diese Erinnerungen wieder hoch und man kann die Musik noch mehr feiern.“ Aktuell sorgt VDJ Grec Nice jeden Freitag im Yolo für Stimmung und ist außerdem im Kafka in Traunstein Resident. Ansonsten spielt er je nach Veranstaltung in den verschiedensten Locations. „Es ist schwieriger ein Resident DJ zu sein, als ein Touring DJ, weil du als Resident DJ jeden Abend deine Gäste neu begeistern musst, damit sie wiederkommen. Als Touring DJ bist du am nächsten Abend eh in einer anderen Location und kannst theoretisch immer das selbe Set runterspielen. Als Residet musst du eben jedes Wochenende das von dir erwartete Level erreichen.“ Grec Nice ist nun seit über 15 Jahren im Nachtleben zuhause und das merkt man auch. Selten sieht man einen DJ, der so instinktiv und locker mit den Platten spielen und das Publikum mit so einer Leichtigkeit motivieren kann. Zurecht hat man Grec seinen Beinamen „Nice“ gegeben. Denn es gibt nur wenige Hip Hop DJs in München, die so nice an den Turntables sind, wie Grec. Jeder, der sich nicht selbst davon überzeugt, verpasst was.

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